Film Program - FILMCLUB Capitol Bozen
04.09.2025, 20:00
Anlässlich der Ausstellung Earthly Communities, die sich mit den Folgen der europäischen Kolonialisierung in den indigenen Gebieten von Abya Yala (Lateinamerika aus einer dekolonialen Perspektive) befasst, präsentiert Kunst Meran ein vielfältiges Rahmenprogramm.
In Zusammenarbeit mit dem FILMCLUB Capitol Bozen wird am Donnerstag, den 4. September ab 20 Uhr ein Filmabend mit vier Kurzfilmen von Laura Huertas Millán und Naomi Rincón-Gallardo gezeigt.
Die kolumbianische Künstlerin und Filmemacherin Laura Huertas Millán (Bogotá, 1983) lebt in Frankreich und verbindet in ihren Arbeiten Film, Schreiben und Feldforschung. Diese thematisieren unter anderem Ökologie, imperiale Traumata, koloniale Gewalt sowie Formen des indigenen Widerstands.
Der Film Jíibie (2019) zeigt die spirituelle und rituelle Beziehung der Muiná-Muruí-Gemeinschaft im kolumbianischen Amazonas zur Kokapflanze – lange bevor sie durch den europäischen Narco-Kolonialismus, also durch die koloniale Aneignung im Kontext des Drogenhandels, vereinnahmt wurde. Im Mittelpunkt des Films steht die Herstellung von Jíibie, einem heiligen grünen Pulver, das als weibliche, lebendige Präsenz gilt.
Journey to a land otherwise known (2011) reflektiert kritisch über das koloniale Imaginarium, das Europa rund um den amerikanischen Kontinent schuf. Der Film wurde in dem 1970 von Jean-Pierre Secq erbauten Tropenhaus in Lille (Frankreich) inszeniert und durch frühe Berichte über naturkundliche und ethnografische Erkundungen Amerikas durch Konquistadoren, Missionare und Wissenschaftler inspiriert.
Die mexikanische bildende Künstlerin Naomi Rincón-Gallardo (North Carolina, 1979) entwickelt imaginäre Erzählungen als Formen des Widerstands gegen koloniale, heteropatriarchale und rassistische Systeme.
Dung Kinship (2024) ist eine surreale, musikalische Reise in eine Unterwelt, in der humanoide Fliegen auf Motorrädern auf Pilzkinder treffen. Verweste Kreaturen feiern dort die regenerative Kraft dessen, was verdorben oder tot scheint, und verweisen zugleich auf eine Realität, in der politische Verschleppungen und Massengräber allgegenwärtig sind.
Opossum Resilience (2019) ist ein Märchen, das im Tal von Oaxaca (Mexiko) spielt. Darin verbinden sich indigene Mythen Mittelamerikas mit heutigen sozio-ökologischen Konflikten. So werden sowohl die Enteignung von Land als auch die anhaltenden Strukturen des (Neo-)Kolonialismus in Abya Yala sichtbar.
FILMABEND „Earthly Communities“
Donnerstag, 4. September 2025, 20 Uhr
FILMCLUB Capitol Bozen, Dr.-Streiter-Gasse 8/D
In Zusammenarbeit mit dem FILMCLUB Capitol Bozen
Eintritt: 5 €
Laura Huertas Millán
Jíibie, 2019, 25 Min.
Journey to a land otherwise known, 2012, 23 Min.
Originalversion in Spanisch und Französisch mit englischen Untertiteln
Naomi Rincón-Gallardo
Filiación Abono (Dung Kinship), 2024, 19’28 Min.
Opossum Resilience, 2019, 16‘ 02 Min.
Originalversion in Spanisch mit englischen Untertiteln