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How to breathe: instructions for forgetting the air

Dauer: 17. Mai

Die Performance von Francesca Grilli mit dem Titel “The forgetting of air” hätte am 9. Mai stattfinden sollen. Dabei wäre eine Reflexion über aktuelle Migrationsbewegungen, das Zusammentreffen von Menschen unterschiedlicher Herkunft in Meran und die Gemeinsamkeit der Atmung stattgefunden . Obwohl die Performance nicht wie geplant  stattfinden kann, hat Francesca Grilli gemeinsam  mit drei Performern eine Erzählung über die Projektidee  erstellt. Das Video kann ab 17. Mai gestreamt werden.

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How to breathe: instructions for forgetting the air

Konzept Francesca Grilli

Performers Angela Musillo / Sirwan Shawkat/ Benno Steinegger

Video Carolina Cappelli

Kuratorin, Kommunikation Giulia Traversi

Verwaltung Chiara Fava

 

Atmen ist ein unabdingbarer, individueller wie auch kollektiver Vorgang.

Mit dem ersten eigenständigen Atemzug nimmt das Leben seinen Anfang, mit dem letzten endet es.

Der Atem ist der unsichtbare Fluss zwischen Leben und Tod.

Er zeichnet den Lauf der Zeit nach und ist die erste Handlung im Leben eines Menschen: Wenn wir auf die Welt kommen, müssen wir eigenständige ein- und ausatmen.

In der heutigen Zeit der Einsamkeit und des Abstands möchten wir den Atem als unsichtbaren, unbewussten und kaum bemerkbaren Vorgang in eine hörbare, gemeinsame Geste verwandeln.

Die drei Performer stammen aus unterschiedlichen Gemeinschaften, die im selben Gebiet – in diesem Falle: in Südtirol – leben, nämlich aus der deutschen und der italienischen Sprachgruppe sowie der internationalen Gemeinschaft.

In sicherem Abstand voneinander geben sie Anweisungen zum Aufbau der Performance selbst und stellen so eine erste Verbindung mit ihrem Publikum her. Durch die gemeinsame Übung wird das Atemgeräusch vervielfacht und hörbar: Es entsteht eine leise, sanfte Partitur, die gleichzeitig allen Beteiligten den Rhythmus gibt.

Gemeinsames Atmen erzeugt Nähe und Offenheit – es verbindet.

Viele Jahre lang habe ich versucht, ein Konzept des Widerstandskörpers zu formen und zu definieren. Dieser Widerstandskörper manifestiert sich in verschiedenen Figuren aus unserer Gesellschaft, und seine Fähigkeiten, Wünsche und sein Auftreten berühren die unterschiedlichsten Bereiche unserer Vorstellungswelt. Ich wollte mich auf ein Element konzentrieren, das der gesamten Menschheit gemein und unabdingbar ist, und es in den Kontext der heutigen politischen Notlage einbetten.

Die Zuschauer*Innen werden zum Nachahmen aufgefordert: Die durch Abwesenheit entstandene Leere füllen und einfach in der Luft existieren, die unsere Körper am Leben erhält. Jeder Mensch kann mitmachen und dieses kleine Experiment selbst ausprobieren – das Atmen unterstreicht unsere Einzigartigkeit, schafft aber auch Nähe.

Gemeinsam machen wir es gewissermaßen zu einer demokratischen Handlung und schaffen eine Möglichkeit der Gemeinschaftsbildung.

 

Francesca Grilli