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Judith Waldmann ist neue kuratorische Leiterin von Kunst Meran Merano Arte

Das Direktorium und der Vorstand von Kunst Meran Merano Arte haben Judith Waldmann zur neuen kuratorischen Leiterin des Kunsthauses ernannt. Die auf zeitgenössische Kunst spezialisierte Kunsthistorikerin hat mit dem 1. Dezember 2020 ihre Tätigkeit für das Kunsthaus aufgenommen und folgt damit Christiane Rekade nach.
Judith Waldmann ist parallel zu ihrer Beauftragung am Kunsthaus weiterhin als Assistenz Direktorin an der Adrian Piper Research Archive Foundation Berlin tätig. Als Ausstellungsleitung von Monitoring – Ausstellung für zeitbasierte Medienkunst (Kasseler Kunstverein und Kulturbahnhof Kassel), sowie als freie Kuratorin am Kasseler Kunstverein und am OGR Torino, kuratierte sie umfangreiche Einzel- und Gruppenausstellungen mit Künstler*innen, wie Halil Altindere, Johan Grimonprez, Annika Kahrs, Ari Benjamin Meyers und Pinar Yoldas.

Die gebürtige Tübingerin überzeugte die Kommission (bestehend aus Direktorium und Vorstand von Kunst Meran Merano Arte) durch ihre internationale Vernetzung, sowie durch ihre Schwerpunktsetzung auf experimentelle und interdisziplinäre Kunstformen. Weiter war ihre kuratorische wie wissenschaftliche Auseinandersetzung mit gesellschaftspolitisch relevanten Thematiken ausschlaggebend. Ihre – der Kommission vorgelegten – Ausstellungskonzepte entwickelte sie mit Sensibilität für die spezifische Ausstellungsgeschichte von Kunst Meran Merano Arte sowie für den Standort des Kunsthauses: Meran. Ihre Projektideen führen gemeinsam mit den erfolgreichen Ausstellungsschwerpunkten zeitgenössische Kunst, regionale Kunst der Moderne und Architektur, die bewährte Programmgestaltung von Kunst Meran Merano Arte fort.

Ihre Antrittsausstellung am Kunsthaus Meran wird der besonderen geographischen Lage und Geschichte Südtirols Rechnung tragen. Judith Waldmann hierzu: „Angeregt durch die Mehrsprachigkeit Merans möchte ich meine Antrittsausstellung dem komplexen Prozess der Übersetzung widmen. Das facettenreiche Phänomen wird sowohl als Quelle von Kreativität, Genius und Poesie, als auch als Ursache von Missverständnissen und Ausgrenzung beleuchtet. In der Ausstellung sollen Arbeiten internationaler Künstler*innen Seite an Seite mit einschlägigen Werken aus Südtirol gezeigt werden.“ Und weiter: „Südtirol bietet mit seiner besonderen geographischen Lage und Geschichte einen fruchtbaren Boden für Fragestellungen und Diskussionspunkte, deren Verhandlung auch auf internationaler Ebene große Relevanz zukommt. Identitätsfragen, interethnisches Zusammenleben und Minderheitenschutz sind hierfür nur einige Beispiele. Ich freue mich sehr darauf, in den kommenden Jahren tiefer in die hiesige Kunstszene einzutauchen und von ihr zu lernen. Weiter ist es mein Wunsch, international relevante Positionen nach Meran zu bringen und ihnen hier eine Sichtbarkeit zu verschaffen.“

Judith Waldmann freut sich auf die Zusammenarbeit mit der Direktorin Martina Oberprantacher und dem Team des Kunsthauses: „Die Direktorin Martina Oberprantacher hat eine ambitionierte Vision für Kunst Meran Merano Arte, mit der ich mich, in meiner Arbeit als Kuratorin, sehr gut identifizieren kann. Ihr diskriminierungskritischer Ansatz, sowie ihr Anliegen, die Offenheit und Zugänglichkeit des Kunsthauses weiter zu stärken (und zu einem lebendigen Ort der Zusammenkunft jenseits von Bildungsabschlüssen zu machen), teile ich. Ich freue mich auf die verantwortungsvolle Aufgabe, das künstlerische Profil von Kunst Meran Merano Arte in enger Zusammenarbeit mit Martina Oberprantacher, Ursula Schnitzer und Anna Zinelli mitzugestalten und weiter zu schärfen.“

Dazu erklärt die Direktorin Martina Oberprantacher: „Das Niveau der Bewerbungen war insgesamt außerordentlich hoch. Judith Waldmann überzeugte, da sie es verstand, relevante gesellschaftliche Themen und brennende Fragen ästhetisch und inhaltlich fundiert aufzubereiten sowie nachvollziehbar zu vermitteln. Sie schaffte es, ihr Interesse für das Territorium auf sensible Weise zu kommunizieren und gleichzeitig die Verbindung zu anderen – zeitgeschichtlichen, soziopolitischen oder soziokulturellen – Gegebenheiten herzustellen. Darüber hinaus hat sie die Kommission durch ihre profunde Kenntnis der zeitgenössischen Kunst und durch ihr Sensorium für relevante ästhetische und künstlerische Positionen sehr beeindruckt.“

Die scheidende Direktorin Herta Wolf Torggler freut sich, dass „das engagierte Team von Kunst Meran Merano Arte bestehend aus Oberprantacher, Schnitzer, Zinelli sowie Ulricke Egger und Annamaria Rizza, nun mit der Kuratorin Judith Waldmann um eine weitere hochqualifizierte Kollegin ergänzt wird. Die Projekte von Kunst Meran Merano Arte werden so auch in Zukunft eine breite Diskussion auslösen und die Geschichte des Kunsthauses weiterschreiben.“

 

Judith Waldmann

Judith Waldmann (*1985 in Tübingen) ist Kuratorin für zeitgenössische Kunst. Sie studierte Kunstgeschichte in Hamburg, Florenz und Freiburg. Seit 2018 ist sie Assistenz Direktorin der Adrian Piper Research Archive Foundation Berlin. Als Ausstellungsleitung von Monitoring – Ausstellung für zeitbasierte Medienkunst (Kasseler Kunstverein und Kulturbahnhof Kassel, sowie als freie Kuratorin am Kasseler Kunstverein und am OGR Torino, kuratierte sie umfangreiche Einzel- und Gruppenausstellungen mit Künstler*innen, wie Halil Altindere, Johan Grimonprez, Annika Kahrs, Ari Benjamin Meyers und Pinar Yoldas. Unter Ihrer Mitherausgeberschaft sind zahlreiche Kataloge und Sammelbände erschienen, wie I can’t work like this. A reader on boycott and contemporary art (Sternberg Press, 2017) und Nähe auf Distanz. Eigendynamik und mobilisierende Kraft politischer Bilder im Internet (Hamburger Forschungen zur Kunstgeschichte, De Gruyter, 2020). Judith Waldmann schreibt journalistische Beiträge für MONOPOL, Contemporary And (Q&) América Latina und DARE.

 

Judith Waldmann. Foto: Rok Tržan