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RISENTIMENTO / RESSENTIMENT

Dauer: 07. März - 21. Juni 2020
Künstler: Teodora Axente, Francesca Grilli, Massimo Grimaldi, Klara Lidén, Christian Niccoli, Riccardo Previdi, Liesl Raff, Monika Sosnowska, Barbara Tavella, Wolfgang Tillmans, Beatrice Volpi, Raul Walch, Gernot Wieland
kuratiert von: Christiane Rekade

„Ressentiment, das ist, als ob du Gift zu dir nimmst und dann darauf wartest, dass die andere Person stirbt.“ (Malachy McCourt)

Ressentiment, aus dem Französischen: ressentir, (dauerhaft) empfinden, merken; wörtl. etwa nach-fühlen im zeitlichen Sinn). Der Duden definiert das Ressentiment als eine „auf Vorurteilen, einem Gefühl der Unterlegenheit, Neid o. Ä. beruhende gefühlsmäßige, oft unbewusste Abneigung“. Prägend für den Begriff war Friedrich Nietzsche. Er beschreibt das Ressentiment als „eine Vergiftung an Leib und Seele“.

Ressentiment ist ein Gefühlszustand, der wie wenige andere unsere Gegenwart charakterisiert. Es ist nicht nur eine persönliche Empfindung, sondern beschreibt immer mehr auch eine gesellschaftliche Befindlichkeit und eine politische Strategie mit großer Kraft und Dynamik.

Die Ausstellung ist Teil einer interdisziplinären Zusammenarbeit zwischen KUNST MERAN

MERANO ARTE, dem Verein Conductus und dem Meraner Verlag Alpha Beta. Ausgehend von der Schlüsselbedeutung dieses Wortes für unsere Zeit möchten die drei Institutionen diesem Wort nicht nur literarisch, sondern auch musikalisch und künstlerisch nachspüren.

Ausgangspunkt des Projekts bildet die von Aldo Mazza initierte Reihe „Zeitworte - Parole del Tempo“. Der Verlag Alpha Beta hat 2019 zehn zeitgenössische Autor*innen (5 in italienischer und 5 in deutscher Sprache) mit Erzählungen zum Thema Ressentiment beauftragt. 2020 werden diese Texte in die jeweils andere Sprache übersetzt publiziert. Das Ensemble Conductus unter der Leitung von Marcello Fera wird sein jährliches Festival „Sonora“ unter das Thema Ressentiment stellen und sowohl Neuproduktionen als auch speziell zum Thema zusammengestellte Konzerte präsentieren. Gemeinsame Veranstaltungen und genreübergreifende Projekte sind geplant.

Die Ausstellung bei Kunst Meran Merano Arte möchte diesem Gefühl, seinen Untiefen und Windungen nachgehen – sowohl in der persönlichen Wahrnehmung einzelner Menschen als auch in politischer und gesellschaftlicher Sicht. Welche Formen / Ausdrücke nimmt dieses Gefühl an? Was sind mögliche künstlerische Haltungen dazu? Die Ausstellung möchte aber auch, von einer anderen Perspektive auf dieses „vergiftende“ Gefühl schauen und Alternativen zur Endlosschleife des Ressentiments suchen.

 

Der Beitrag von Francesca Grilli entsteht in Zusammenarbeit mit artVerona/ Level Zero 2019.

Wolfgang Tillmans, Anti-Brexit Campaign, 2016. Courtesy the artist