GIANNI PETTENA Natürliche Architekturen
Alle Ausstellungen22.7 – 24.9.2017
Mit Werken von
Gianni Pettena
Kuratiert von
Christiane Rekade
Vom 22. Juli bis 24. September zeigt Kunst Meran eine Doppelausstellung der amerikanischen Künstlerin Helen Mirra (*1970 in Rochester, New York, lebt in Nord Kalifornien) und des in Bozen geborenen Gianni Pettena (*1940, lebt in Florenz).
In ihren unterschiedlichen Schaffen verbindet die beiden Künstler ihre stete Auseinandersetzung mit der Landschaft, unseren Bewegungen in derselben und unserem Verhältnis zur Natur. Beide Ausstellungen schaffen zudem eine Verbindung zwischen den Landschaften in den Vereinigten Staaten und im Südtirol, Orte, die sie beide persönlich geprägt und erfahren haben.
Gianni Pettena ist Mitbegründer und einer der wichtigsten Vertreter der “radikalen Architektur” der siebziger Jahre. Beeinflusst von Konzeptkunst und Land Art, ist es die Beobachtung der Natur und der Landschaft aus denen Pettena seine Installationen, Fotos, Zeichnungen und Projekte entwickelt und die Grenzen zwischen Architektur und Kunst auslotet, oft ganz auflöst. Obwohl er seit seiner Kindheit und Jugend nicht mehr dort lebt, ist die Landschaft Südtirols fundamental für sein Schaffen und sein Verständis von Architektur. Pettena spricht dabei von seiner “Schule der Architektur” (“la mia scuola d’architettura”). Die Ausstellung bei Kunst Meran setzt sich mit diesem Verhältnis und der sich immer fortsetzenden Beschäftigung Pettenas mit der Landschaft seiner Heimat auseinander. Kunst Meran zeigt eine Auswahl an Fotografien, Zeichnungen und Installationen, die sich mit diesem Thema auseinandersetzen. Außerdem wird Gianni Pettena eine ortspezifische Installation für Kunstmeran entwickeln.
Die Überzeugung Pettenas, dass Architektur in der Natur und dem (menschlichen) Körper bereits vorhanden ist, liegt fast allen Arbeiten Pettenas zu Grunde. Die Fotoserie About non-conscious architecture (1972/1973) – eine grundlegende Arbeit Pettenas, die während der Zeit in den Vereinigten Staaten entstanden ist, erweitert die Blickweise auf die amerikanische Landschaft und schafft so eine Dialog zwischen den zwei für Gianni Pettena bedeutenden (Kultur)- Landschaften.
In seiner eigenen Arbeit setzt sich Pettena bis heute mit den innovativen Formen der zeitgenössischen Kunst auseinander, während er als Architekturkritiker und -historiker verschiedene Ausstellungen mit internationalen Architekturpositionen kuratierte (u.a. “Radicals. Architettura e Design 1960-1975” an der Architekturbiennale in Venedig, 1996 oder “Radical Design” Casa Masaccio, San Giovanni Valdarno, 2004). Gianni Pettena hat sowohl als Architekturtheoretiker als auch als Künstler eine bedeutende Position eingenommen und ist eine wichtige Referenz für jüngere DesignerInnen, KünstlerInnen und ArchitektInnen.



