Earthly Communities

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22.06 – 12.10.2025

Eröffnung: 22.06.2025

Anmeldung

Amanda Piña, Sacred Waters, To Bloom () Florecimiento, 2024, Courtesy the artist and Studio Fortuna; Luigi Coppola, Flows Over Unities, 2025 Courtesy the artist. Foto Ivo Corrà
Minia Biabiany, Constellations. Le ciel aux yeux-racines, 2021. Courtesy the artist and Galerie Imane Farès. Foto Ivo Corrà
Carolina Caycedo, Minereal Intensive Futures, 2024. Courtesy by Mayoral. Foto Ivo Corrà
Eliana Otta, An imaged friendship (a spiritual tambito), 2022. Courtesy the artist. Foto Ivo Corrà
Alexandra Gelis, WATER: Encounters for 600 Movements, 2019-2024; Bromeliads–Among the Canopy’s Breath, 2019-2025. Courtesy the artist. Foto Ivo Corrà
Mazenett Quiroga, Still alive, 2025. Courtesy the artists. Foto Ivo Corrà

Mit Werken von
AMAZON, Minia Biabiany, Marilyn Boror Bor, Carolina Caycedo,Ismael Condoii, Luigi Coppola, Etienne de France, Alexandra Gelis, Mazenett Quiroga, Laura Huertas Millán, Eliana Otta, Amanda Piña, Naomi Rincón-Gallardo, Sallisa Rosa, Samuel Sarmiento

Kuratiert von
Lucrezia Cippitelli, Simone Frangi

Die Gruppenausstellung Earthly Communities untersucht die vielschichtigen Beziehungen zwischen Europa und Abya Yala – dem vorkolonialen Namen für den mittel- und südamerikanischen Kontinent – und betrachtet diese durch das Prisma des Südtiroler Kontextes. Inspiriert vom gleichnamigen Buch des kamerunischen Philosophen Achille Mbembe (2022) widmet sich die Ausstellung ökologischen, wirtschaftlichen und geopolitischen Fragen. Dabei dient die Metapher des „in-die-Erde-Grabens “ als Leitmotiv, um die Widerstandskraft indigenen landwirtschaftlichen Wissens – sowohl in Abya Yala als auch in Südtirol – zu beleuchten. Künstlerisch kritisch hinterfragt werden Eingriffe durch eine invasive Bewirtschaftung und Archäologie sowie durch den Extraktivismus, während gleichzeitig Wege für einen nachhaltigen Umgang mit dem alpinen Boden erkundet werden.

Ein zentraler Bestandteil der Ausstellung ist das Residenzprogramm Resistenze Viventi, das Künstler*innen nach Meran bringt, um neue Werke und Performances zu realisieren. Die mexikanisch-chilenische Künstlerin Amanda Piña, die kolumbianisch-venezolanische Künstlerin Alexandra Gelis und der italienische Künstler Luigi Coppola setzen sich mit den historischen Tiroler Bauernkriegen von 1525 auseinander – einem Ungehorsam gegen Herrschaft und einem Kampf für soziale Gerechtigkeit. Dabei erweitern sie den Blick auf nicht-menschliche Lebensformen und erforschen deren Rolle in ökologischen Netzwerken. Pflanzen- und Mineralwelten werden als Ausdruck lebendigen Widerstands verstanden und in Beziehung zu aktuellen globalen Herausforderungen gesetzt. Im Mittelpunkt ihrer künstlerischen Arbeiten stehen somit die Verbindung zwischen Mensch, alpiner Geschichte und Landwirtschaft sowie globaler Geopolitik. Die Ergebnisse der Residenzen werden von Juni bis Oktober 2025 an verschiedenen Orten in Meran präsentiert – im Kunsthaus, auf öffentlichen Plätzen, in Wäldern und an weiteren außergewöhnlichen Schauplätzen.

Earthly Communities ist Teil der Trilogie The Invention of Europe (2024–2027), kuratiert von Lucrezia Cippitelli und Simone Frangi. Die Trilogie nimmt die europäische Selbst-Erzählung ins Visier, hinterfragt deren monolithische und essenzialistische Perspektive und reflektiert sie aus der Sicht anderer Kontinente –hier nun beim zweiten Kapitel der Trilogie aus der Sicht Abya Yalas. Südtirol, ein mehrsprachiges Grenzgebiet zwischen Italien und Österreich, steht dabei im Fokus. Als Region mit einer komplexen Geschichte und durchzogen von politischen wie wirtschaftlichen Machtinteressen, wird es zum Ausgangspunkt für Reflexionen über globale und lokale Verflechtungen.

Das Projekt wird durch zahlreiche Kooperationen unterstützt, darunter mit Akteur*innen aus der Landwirtschaft sowie Partnerinstitutionen des „Euregio – Museumsjahr – 2025