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Die Masten der Stromversorgung verkörpern vielleicht
am deutlichsten die schleichenden Veränderungen
des Territoriums: Seile spannen sich über weite
Gebiete, erstrecken sich über Ebenen, Berghänge
und Täler; am Rande der Städte sammeln sie
sich konzentrierter, münden vielleicht in eine
Art von geballtem Raum, nachdem sie weite Strecken hinter
sich haben. Wie zu einem stark vernetzten Maschenwerk
fügen sich Kraftwerke, Masten und Drahtgitter in
der Landschaft. Und vielleicht stellen sie gar eine
der authentischsten Ausdrucksformen unserer modernen
Gesellschaft dar.
Das Black-out des gesamten Elektizitätssystems,
das von einem fallenden Baum in der Schweiz verursacht
worden war und im Herbst 2004 ganz Italien still gelegt
hatte, verdeutlicht die fast schon organische Natur
dieses Netzwerks: Die Gewalt und Wucht "bakterieller"
Dimensionen war imstande, das Leben der gesamten Nation
lahm zu legen.
Die Elektrodrähte sind technische Vorrichtungen,
und doch muten sie wie technische Organismen an, scheinen
über das eigene Leben und die eigene Verwundbarkeit
zu verfügen, sich im Territorium auszuweiten und
auszudehnen, auf der Suche nach Quellen der Nahrung.
So erzeugt die rhizomartige Verteilung dieses Netzes
zwangsläufig Veränderungen in der grundlegenden
Struktur der Orte und in der Natur der architektonischen
Landschaftsbilder.
Indem wir die Schritte der wachsenden Entwicklung elektrischer
Vernetzungen genauer beleuchten, versuchen wir, auch
die sensiblen Eingriffe durch Staubecken, Kraftwerke
und Stromdrähte aufzuspüren. Dann nämlich
sind auch die Werte der neu entstandenen Landschaftsformen
zu erkennen.
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