kunst Meran im haus der Sparkasse | Merano arte edificio Cassa di Risparmio

 
 
 

 

 


.scapes

schleichende landschaften: elektro.scape           

 

schleichende landschaften --- programm
elektro.scape --- 04.07.2004 --- naturns
lawinen.scape --- 31.07.2004 --- pfelders
ski.scape --- 05.09.2004 --- wolkenstein
infra.scape --- 16.10.2004 --- waidbruck

 

elektro.scape

Exkursion zum Elektrizitätsswerk
im Schnalstal mit Rosario Pavia

04.07.2004

 
Was: Auf den Spuren der alpinen Stromproduktion über den Weg der Wasserfassung, der Staubecken, Druckrohrleitungen, Speicher,
Kraftwerke und Strommasten.
Mit: Rosario Pavia (Autor und Herausgeber von Paesaggi elettrici)
und Anton Stimpfl (Leiter der Produktionsabteilung der Etschwerke Bozen Meran)
Wo: Elektrizitätswerk Naturns und Schnalstal
Treffpunkt: Parkplatz beim Kraftwerk Naturns, 11.00 Uhr

Die Masten der Stromversorgung verkörpern vielleicht am deutlichsten die schleichenden Veränderungen des Territoriums: Seile spannen sich über weite Gebiete, erstrecken sich über Ebenen, Berghänge und Täler; am Rande der Städte sammeln sie sich konzentrierter, münden vielleicht in eine Art von geballtem Raum, nachdem sie weite Strecken hinter sich haben. Wie zu einem stark vernetzten Maschenwerk fügen sich Kraftwerke, Masten und Drahtgitter in der Landschaft. Und vielleicht stellen sie gar eine der authentischsten Ausdrucksformen unserer modernen Gesellschaft dar.
Das Black-out des gesamten Elektizitätssystems, das von einem fallenden Baum in der Schweiz verursacht worden war und im Herbst 2004 ganz Italien still gelegt hatte, verdeutlicht die fast schon organische Natur dieses Netzwerks: Die Gewalt und Wucht "bakterieller" Dimensionen war imstande, das Leben der gesamten Nation lahm zu legen.
Die Elektrodrähte sind technische Vorrichtungen, und doch muten sie wie technische Organismen an, scheinen über das eigene Leben und die eigene Verwundbarkeit zu verfügen, sich im Territorium auszuweiten und auszudehnen, auf der Suche nach Quellen der Nahrung. So erzeugt die rhizomartige Verteilung dieses Netzes zwangsläufig Veränderungen in der grundlegenden Struktur der Orte und in der Natur der architektonischen Landschaftsbilder.
Indem wir die Schritte der wachsenden Entwicklung elektrischer Vernetzungen genauer beleuchten, versuchen wir, auch die sensiblen Eingriffe durch Staubecken, Kraftwerke und Stromdrähte aufzuspüren. Dann nämlich sind auch die Werte der neu entstandenen Landschaftsformen zu erkennen.