
foto: armin linke
ausstellung
alpenlandschaft im umbruch
08.02. - 21.03.2004
Basilico | Barbieri | Casolaro | Gursky | Guidi | Inderst
| Linke | Schletterer | Spinatsch | Vaccari
.scapes - alpenlandschaft im umbruch, zeigt Veränderungen
der Landschaft im alpinen Raum.
Analytisch und eindrücklich, individuell und "untouristisch"
richten die zehn ausgewählten Künstler ihre Kamera
in die Landschaft. Video und Fotografie sind zugleich Dokumentation
und künstlerischer Ausdruckswille. Beides gemeinsam sensibilisiert
für eine Wahrnehmung abseits von Fernseh- und Postkartenmotiven.
Gabriele Basilico belegt mit seinen Schwarz-Weiß-Fotografien
seit den 80er Jahren die verstärkte Veränderung
der Landschaft in Zonen zunehmender Mobilität und urbanen
Randgebieten. Auch Bozens Peripherie hat er als stiller Beobachter
festgehalten.
Olivo Barbieris Arbeiten in der Ausstellung sind vom
Hubschrauber aus realisiert - die Vogelperspektive zeigt von
Menschenhand herbeigeführte Mutationen, die sich aus
der Entfernung wie Muster in die Landschaft einprägen.
Gea Casolaro studiert anhand der Fotografie unsere
Wahrnehmung von Aktionen, Gesten und alltäglichen Situationen.
Ihre Fotos fangen dabei unspektakuläre Details ein -
für die bewußte Wahrnehung der Realität sind
diese jedoch umso bedeutender.
Andreas Gurskys Arbeiten zeigen die Veränderung
des Raumes, in dem wir uns befinden und die Art wie wir uns
darin bewegen. Viele seiner Arbeiten sind wertungsfreie Allegorien
zu Natur und Architektur, Mensch und Technik.
Guido Guidi konzentriert sich auf stark herangezoomte
Motive und hinterfragt damit nicht nur seine eigene Raumwahrnehmung
sondern auch jene des Betrachters. Auch bei der Arbeit strada
ovest sammelt und komponiert er Spuren einer anonymen Straßenrandrealität.
Johannes Inderst legt sein Augenmerk besonders auf
schleichende Veränderungen in der Landschaft. So zeigt
er uns im Werkzyklus Wald die beklemmende und befremdende
Atmosphäre künstlich überforsteter Waldabschnitte
mit völlig abgestorbenem Unterwald.
Armin Linke vereint ästhetische, anthropologische
und soziale Motive der Begegnung des Menschen mit seiner Umgebung.
Der Film Alpi in movimento fängt die Verschiedenheit
der für den Alpenraum charakteristisch gewordenen natürlichen
und künstlichen Flüsse ein.
Nikolaus Schletterer begibt sich auf die Spurensuche
nach Transformation und Nutzung von Landschaft durch den Menschen.
Minimale menschliche Eingriffe gepaart mit Licht ergeben das
Spannungsfeld, das ihn interessiert.
Jules Spinatschs Arbeiten von Wintersportveranstaltungen
sind zwischen Landschaft und Skulptur angesiedelt. Mit Snow
Management fängt er künstlich hergestellte Landschaften
ein. Übernahe und deformierte Pespektiven unterstreichen
den skulpturalen Wert dieser Sujets.
Franco Vaccari haftet seinen Blick auf der Reise von
Modena nach Graz auf die Rückseite der LKWs-Landschaft.
Er kann dabei die Landschaft nur mehr in Form von Bruchstücken
wahrnehmen. Verstärkte Mobilität läßt
Raum in zunehmendem Maße als Überqueren von Territorien
erscheinen.
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