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meta.fisica

Eröffnung: 12. September 2003
Dauer: 13. September 2003 - 13. Januar 2004
Künstler: Carlo Carrá, Mario Ceroli, Giorgio de Chirico, Filippo De Pisis, Giorgio Morandi, Giulio Paolini, Aldo Rossi, Mario Sironi, et. al.
Kurator: Valerio Dehò

Die “metaphysische” Malerei ist bekannt, aber was versteht man unter dem Begriff “Metaphysik”? Der Urvater “metaphysischer“ Malerei, Giorgio de Chirico, verwendete diese Bezeichnung nicht im religiösen oder philosopischen Sinn. Der Künstler wollte damit verdeutlichen, dass die “Stimmungen” seiner Bilder über das Sichtbare und über die Wissenschaftlichkeit der Physik hinausgingen.

Seine Arbeiten drücken ebenso wie die Werke Carràs und seines Bruders Andrea, der den Künstlernamen Alberto Savinio annahm, jenes Mysterium aus, das uns überrascht, wenn die Nachmittagsschatten länger werden: während der “grossen Mittagsstunde” Friedrich Nietzsches.

Menschen und Objekte sind auf der gleichen Ebene angeordnet, werden zu Protagonisten, Puppen. Als Kopien menschlicher Körper faszinierten sie surrealistische Maler wie Oskar Schlemmers und beeinflußten den expressionistischen Film. Objekten werden ein absoluter Wert und ein Eigenleben zuerkannt. Das ist der Hintergrund, vor dem zahlreiche aussergewöhnliche Stillleben von Künstlern wie Morandi oder Tozzi entstehen: Bilder, denen es gelingt, auch mit Gegenständen des täglichen Gebrauchs Magie und Mysterium zu schaffen.

Der Einfluss de Chiricos und ihm nahestehender Gruppen verbreitete sich über Kunstrichtungen und Künstlervereinigungen wie “Novecento”, “Valori Plastici” oder “Realismo Magico” keineswegs nur in Italien, sondern wirkte über die “Neue Sachlichkeit” auch in Deutschland. Die Konzeptkunst Paolinis und Pistolettos hat aus de Chiricos Werk die “ausgesetzte Stimmung”, die undurchschaubare und rätselhaft bleibende Beziehung zwischen Kunst und Architektur, zwischen dem Menschen der Gegenwart und dem Kunsterbe vergangener Jahrhunderte übernommen.

Valerio Dehò

 

Mit Arbeiten von: Carlo Carrá, Mario Ceroli, Giorgio de Chirico, Filippo De Pisis, Radu Dragomirescu, Paola Gandolfi, Giorgio Morandi, Giulio Paaolini, Gianni Piacentino, Giulio Paolini, Michelangelo Pistoletto, Franco Rasma, Aldo Rossi, Alberto Savinio, Mario Sironi, Ettore Spalletti, Tino Stefanoni, Marco Tirelli, Mario Tozzi