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FROM RUSSIA WITH LOVE

Eröffnung: 13. Juli 2007
Dauer: 14. Juli - 23. September 2007
Künstler: Victor Alimpiev, Vika Begalska, Olga Chernysheva, Anna Jermolaewa, Anastasia Khoroshilova, Anatoly Osmolovsky u.a.
Kurator: Bärbel Vischer

KünstlerInnen: Victor Alimpiev, Vika Begalska, Olga Chernysheva, Anna Jermolaewa, Anastasia Khoroshilova, Anatoly Osmolovsky u.a.

James Bond lässt grüßen. Der Roman- und Filmheld gilt als Ikone der westlichen Welt, der klingende Titel aus der Ära des Kalten Krieges löst eine Reihe von Assoziationen aus, die Historie und aktuelle politische Entwicklungen gleichermaßen streifen, und kann auch als – selbstironische – Anspielung auf den Blick des Westens gelesen werden, der sich auf russische Gegenwartskunst richtet. Gleichzeitig wird das Instrumentarium der nationalen Ausstellung untersucht. Mehr noch: Im Titel steckt schlicht das Moment der Bewegung, ein weiterer Verweis.

Bis 1914 existierte eine direkte Zugverbindung zwischen St. Petersburg und Meran, denn die mondäne Kurtstadt hatte auf russische Gäste höchste Anziehungskraft. In den 1890er Jahren wurde etwa die russische Stiftung Borodine gegründet, die orthodoxe Kirche ist heute eine der wenigen Norditaliens. Diese Spuren der Geschichte lassen sich vor allem im Stadtteil Obermais verfolgen.

In Südtirol ist die Diskussion um Kultur und Identität ein Teil des Alltags. Mehr als zwei Drittel der Bevölkerung sind deutschsprachig, cirka ein Drittel ist italienischsprachig, gefolgt von der ladinischen Sprachgruppe. In diesem kulturellen Spannungsfeld ist es eine besondere Herausforderung, die Geschichte eines Ortes mit aktuellen Fragestellungen zu verknüpfen.

Zeitgenössische Kunst in Russland beansprucht heute intellektuelle und territoriale Freiräume, gilt als Statussymbol und drängt in den öffentlichen Raum. Die Ausstellung „From Russia with Love“ skizziert Momente der Transformation und untersucht Wertesysteme. Eine junge Generation von KünstlerInnen aus Russland, die in ihrer (ursprünglichen) Heimat oder im Ausland leben, reflektieren in Hinblick darauf Entwicklungen auf nationaler und internationaler Ebene. Die einzelnen künstlerischen Beiträge (Video, Fotografie) machen deutlich, dass es in der hier angeregten Diskussion nicht um Russland geht, sondern um die Übersetzung von Kultur und Identität innerhalb gesellschaftlicher bzw. politischer Systeme und dadurch geprägte menschliche Denk- und Verhaltensmuster.