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BORIS MIKHAILOV - YESTERDAY

Eröffnung: 13. Juli 2007
Dauer: 14. Juli - 23. September 2007
Künstler: Victor Alimpiev, Vika Begalska, Olga Chernysheva, Anna Jermolaewa, Anastasia Khoroshilova, Anatoly Osmolovsky u.a.
kuratiert von: Valerio Dehò

Präzise Studien vom Rand der Gesellschaft: kunst Meran zeigt vom
30.06. – 23.09.2007 die Ausstellung „Yesterday“ mit neuen und zum Teil unveröffentlichten Fotografien des ukrainischen Fotografen Boris Mikhailov.

Meran, Juni 2007 In der Ausstellung „Boris Mikhailov. Yesterday“ zeigt kunst Meran in Meran (Kurator Valerio Dehó) insgesamt 32 großformatige Fotografien von Boris Mikhailov, einem der wichtigsten und bedeutendsten Fotografen weltweit. Gezeigt werden neue Arbeiten aus seiner Werkreihe „superimposition“, darunter auch einige bisher unveröffentlichte Fotografien. In diesen Arbeiten verwendet der Künstler Motive aus älteren Serien und überlagert sie, so dass neue Bildwelten entstehen. Es handelt sich somit um eine Art Neuinterpretation seines eigenen künstlerischen Werdegangs.

Mikhailov ist ein Künstler mit außergewöhnlichem Sehvermögen, der die einfachen Leute an die Basis seiner Poetik gestellt hat. Sein Werk gleicht einem immensen menschlichen Atlas, auf dem sich – oft vor dem Hintergrund heruntergekommener Landschaften im ehemaligen sowjetischen Reich – Scharen von Figuren abzeichnen. Mikhailov will nicht ein Unbehagen dokumentieren oder denunzieren, sondern Menschen, die sonst keine Spuren auf dieser Welt hinterlassen würden, sichtbar machen.

Boris Mikhailov wurde 1938 in Charkow, in der Ukraine, geboren. Nach einer Ausbildung als Ingenieur wandte er sich in den 60er Jahren als Autodidakt der Fotografie zu. Charkow, eine ukrainische Kleinstadt, war jahrzehntelang sein Wohnort und auch seine Inspirationsquelle. In zahlreichen Fotoserien hat er den städtischen Alltag seiner unmittelbaren Umgebung auf eine sehr persönliche Weise dokumentiert. Dabei gelingt es ihm, über die bloße Dokumentation hinaus ein großartiges und berührendes Bild der verletzten menschlichen Seele zu zeigen.

Boris Mikhailovs Fotoserien aus dem Alltagsleben der ehemaligen Sowjetunion wurden mit Einzelausstellungen in internationalen Museen und einer Vielzahl von Preisen geehrt. Er hat an vielen Akademien, Universitäten und Instituten der Welt als Gastdozent und Professor gelehrt. In den letzten Jahren erhielt er den Hasselblad

Award, den Coutts Contemporary Art Award und den Citibank Photography Price.

Zur Zeit lebt und arbeitet er in Berlin.

In der Meraner Ausstellung werden 32 großformatige Fotografien gezeigt, die aus Boris Mikhailovs jüngster Werkreihe stammen, die aufgrund der Technik den Titel “superimposition” erhalten hat. Er überlagert Fotografien aus vorangegangenen Serien, so dass daraus neue Bilder entstehen. Die Bilder können auf zwei Ebenen interpretiert werden: Der Bildhintergrund zeigt eine reale Situation, die auf der vorderen Bildebene durch ein unerwartetes Objekt, eine irritierende Form und Farbe konterkariert wird. Das Ergebnis ist eine stärkere Hinwendung zur ästhetischen Wirkung, ohne auf seinen harten Stil zu verzichten. Diese Serie zeigt einen anderen - in vielerlei Hinsicht ungewöhnlichen - Mikhailov,  der sich zwar sentimentale Reflexionen über die eigenen Ursprünge gestattet, ohne sich jedoch den weichzeichnenden Freuden der Erinnerung hinzugeben.

Boris Mikhailov, dalla serie Superimpositions, 1968–75
Borsi Mikhailov, Yesterday’s Sandwich, plate no. 6, Phaidon Oktober 2006

Installation