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Matthias Schönweger - JANUS



Matthias Schönweger
JANUS
1914 nach wie vor 2014


Eröffnung: Freitag, 19. September 2014, 19.00 Uhr

Dauer der Ausstellung: 20.09.14 – 9.11.14

 

Kurator: Valerio Dehò


Das Ausstellungsprojekt „JANUS – 1914 nach wie vor 2014” nimmt das Gedenken an den Ersten Weltkrieg vor 100 Jahren zum Anlass, um einen pazifistischen und antimilitaristischen Standpunkt gegenüber sämtlichen Kriegen des letzten Jahrhunderts und der Gegenwart zum Ausdruck zu bringen. Als Symbol und Titel für die Ausstellung hat Matthias Schönweger bewusst die Gestalt des römischen Gottes gewählt, der als zweiköpfig gilt, da er Vergangenheit und Zukunft gleichzeitig sieht. Die Ausstellung umfasst unterschiedliche Werke. Neben Zeitdokumenten wie die historisch bedeutende Sammlung der Originalaufnahmen Merans bei Ausbruch des Ersten Weltkrieges finden sich Assemblagen, oft ironischer Art, von Geschenken, Souvenirs, Gebrauchsgegenständen wie Teller und Gläser, Friedhofsfiguren, Ansichtskarten und Bekleidungsstücken, die nicht nur den unverwechselbaren Stil des Künstlers prägen, sondern ein wahres Archiv von Zeitzeugnissen darstellen. Schönwegers Konzept geht davon aus, dass Kunst den Menschen Hass und Kriegsgewalt bewältigen lässt: Kunst vermag das Grauen des Krieges, das Leid und Blutvergießen Abertausender Menschen zu sublimieren.
Gleichwohl überspielt die Ironie des Künstlers nicht die erbarmungslosen historischen Ereignisse, sondern bietet vielmehr eine kostbare Gelegenheit wider das Vergessen.
Einen wichtigen Teil der Ausstellung nimmt das Langzeitprojekt des Künstlers ein, das den Bunkern des Zweiten Weltkrieges in ganz Südtirol gewidmet ist. Schönweger hat inzwischen rund 50 solcher Bunker erworben und darin kleine Museen zu den vielseitigsten Themen eingerichtet, die immer wieder durch die Wiederverwendung von Fundstücken gekennzeichnet sind. Matthias Schönweger sammelt bei jeder Gelegenheit und allerorts Elemente, die ein wahres Museum bilden, dessen Spektrum von der Geschichte Südtirols bis in die Jetztzeit mit ihrer endlosen Produktion von Gegenständen reicht.


Buch-Katalog: Edition Rætia



Matthias Schönweger (1949, Partschins, Südtirol), lebt und arbeitet, wenn nicht auswärts, in Meran.  Schönweger studierte Germanistik, Italienisch, Geschichte, Kunst und Philosophie u.a. an verschiedenen Universitäten und promovierte in Vergleichenden Literaturwissenschaften mit einer kulturhistorischen Dissertation über Meran um Neunzehnhundert und darüber hinaus. Im Laufe der vergangenen Jahre bestritt der Künstler Ausstellungen im In- und Ausland. In der Südtiroler Kunstszene ist Schönweger einer der vielfältigsten Künstler: Literat, bildender Künstler, Performer usw. Im spielerischen wie wissenschaftlichen Umgang mit Sprache und Gegenstand erarbeitet er Werke unterschiedlichster „Art“.
Charakteristisch für Schönweger ist seine Ironie, die er in Werken brillant ins Groteske rückt, indem er selbst den ärgsten Kitsch zum Kunstwerk deklariert. Man könnte ihn unter anderem als Konzeptkünstler und globale Poeten bezeichnen. Er reflektiert Geschichte über Geschichten aus der Vergangenheit und Gegenwart und generiert daraus lauter leise Stillleben in/aus Wort und Bild. Zu seinen bekanntesten Publikationen zählt eine Trilogie (Skarabaeus  und Edition Raetia). Jeder der drei Bänder umfasst über 600 Seiten und spiegelt neben Beiträgen von Kuratoren, Kritikern, das Werk Schönwegers.

 

8. Oktober
Vortrag und Diskussion: "Denkmäler - ja oder nein"
Vortragende: Hans Heiss, Historiker, Renato des Dorides, Hauptmann der Schützenkompanie Meran
Moderation: Matthias Schönweger
19.00 Uhr, Besichtigung der Ausstellung
20.00 Uhr, Vortrag

11. Oktober
Besichtigung der Ausstellung mit dem Künstler
anlässlich des Tages der zeitgenossischen Kunst AMACI.
Leitung: Hannes Egger.
11.00 Uhr

5. November
Vortrag und Diskussion: "Für was es sich zu kämpfen lohnt? Gott, Kaiser, Vaterland..."
Vortragende: Don Mario Gretter, Josef Feichtinger, Literat
Moderation: Matthias Schönweger
19.00 Uhr, Besichtigung der Ausstellung
20.00 Uhr, Vortrag