kunst Meran|o arte

Ausstellungen

Werke

2 Rituale (Due rituali), 1990 - 2000
sanguis, qui effundetur, 1990 - 2000
una fragile idea di tenerezza (eine zerbrechliche Idee von Zärtlichkeit ), 1980 – 1990
Hans Knapp

Hans Knapp - What is it like?

Hans Knapp, Hieronymus im Gehäuse, 1970-80 (Detail)


Eröffnung: Freitag, 11. April 2014

Dauer der Ausstellung: 12.04.2014 – 18.05.2014


Kurator: Valerio Dehò


Mit der Einzelausstellung What is it like? präsentiert KUNST MERAN das außergewöhnliche Schaffen von Hans Knapp mit Zeichnungen, Skizzen und Collagen, die im Laufe seines Lebens entstanden sind. Parallel ist eine Auswahl von Fotoarbeiten, Objekten und Installationen im Diözesanmuseum Brixen zu sehen (11. April bis 31. Mai 2014).
Die Vorgehensweise von Hans Knapp – Zeichnung und Collage – folgt keiner Idee des Geschichtenerzählens, denn es gibt keine Geschichte, noch nicht einmal als Vorwand für eine Erzählung in Bildern. Für den Künstler gehört das Zeichnen zum Alltag, es durchzieht sein Leben wie ein roter Faden, er braucht es wie täglich Brot, obsessiv, wie andere Künstler auch, die eine Referenz auf dem Gebiet der Zeichnung sind. Hans Knapp setzt das Mögliche in Szene und spielt mit der Nichtreferenzialität der Signifikanten. Eine wichtige Rolle spielen Bauwerke, das heißt für nicht genauer identifizierbare Zwecke errichtete räumliche Konstrukte, aber auch Erinnerungen und Gefühle, die der Künstler seit Kindheitstagen in sich trägt, denn seine Kunst ist so etwas wie ein Tagebuch des Unbewussten, in das er Tag für Tag etwas einträgt.
Die Zeichnungen, die hier gezeigt werden, sind in der Art einer Collage auf riesigen weißen Blättern montiert und weisen von ihrer Komposition her interessante Aspekte auf, die mit Leere und Stille zu tun haben. Gerade dieses Alternieren von Leere und Fülle gibt dem Betrachter die Möglichkeit, die Leerstellen mit seiner Erwartung und folglich mit etwas zu füllen, das nicht dem Künstler sondern ihm allein gehört. Eben weil sie nicht wie üblich aus Zeitungsausschnitten oder Bild-Fundstücken zusammengesetzt sind, sondern Motive aus eigenen Zeichnungen zusammenfügen, nehmen die Collagen im Werk des Künstlers einen besonderen Stellenwert ein. Knapps Vorgehensweise befreit die Motive von der ihnen zugewiesenen Rolle und bringt sie neu ins Spiel, erneuert ihre Funktion und deren Wahrnehmung, versucht das ewig Flüchtige festzumachen. Für Hans Knapp ist die Zeichnung eine Technik zur Verfertigung seiner Gedanken, die immer auch mit philosophischen Überlegungen einhergehen und sich um die großen Fragen des Menschseins drehen. Sie ist für ihn Mittel und Weg, um seiner schöpferischen, im Kern intellektuellen Herangehensweise Ausdruck zu verleihen.


Hans Knapp, geboren 1945 in Brixen, studierte an der Akademie der bildenden Künste in München und Wien und war lange als Lehrer an verschiedenen Schulen in Südtirol tätig. Schon früh beschäftigt er sich mit dem künstlerischen Ausdrucksmittel der Zeichnung und philosophischen Fragen. Er zeichnet viel und realisiert Skizzen für Bilder, Objekte und Installationen. So ist ein Archiv entstanden, das schneller wächst, als Projekte umgesetzt werden können. Einzelausstellungen waren unter anderem zu sehen in: ar/ge kunst Galerie Museum in Bozen (1993), Galerie Prisma in Bozen (2005), kunstforum Unterland in Neumarkt/Egna (2007) und StadtGalerie in Brixen (2011). Die Arbeiten des Künstlers wurden außerdem in zahlreichen Gruppenausstellungen gezeigt, unter anderem 2003 im Diözesanmuseum Brixen (Ausstellung Kunst und Sakralraum des Südtiroler Künstlerbundes), in der Landesausstellung 2009 Labyrinth :: Freiheit sowie 2011 im Rahmen des künstlerischen Austauschs zwischen den Partnerstädten Regensburg und Brixen. Hans Knapp lebt und arbeitet in Brixen.